Psychologen beim Frühstück

Psychologen beim Frühstück

Folge 221 Bist Du der Boss in Deinem Leben?

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Ihr hört jetzt eine ganz besondere Folge: Wir haben sie in der Klinik aufgenommen, in der Annika mit einer schweren Infektion eingeliefert wurde. Als es ihr besser ging, wollte sie unbedingt genau diese Sendung aufnehmen, die sich mit Kontrolle und Kontrollverlust beschäftigt. Denn in einem lebensbedrohlichen Zustand ins Krankenhaus gebracht zu werden, ist purer Kontrollverlust, oder?

Psychologisch hat sich Julian B. Rotter schon in den 50er Jahren mit dem Thema beschäftigt. Er hat die psychologische Theorie der Kontrollüberzeugung, auch als “Locus of Control” bekannt, entwickelt. Sie besagt, dass Menschen unterschiedliche Überzeugungen darüber haben, ob sie ihr eigenes Leben kontrollieren können - oder ob äußere Umstände und Zufälle ihr Schicksal beeinflussen. Diese Überzeugungen werden als “internale Kontrollüberzeugung” oder “externale Kontrollüberzeugung” bezeichnet.

Es gibt seit dem zahlreiche Studien, die sich mit der Auswirkung der Kontrollüberzeugung auf das Verhalten und die psychische Gesundheit beschäftigen. Alle kommen zu dem Ergebnis: Internale Kontrollüberzeugung, also das Gefühl, alles selbst recht gut im Griff zu haben, ist gesünder, als das Gefühl "Spielball der Mächte" zu sein. Wie ist es bei Dir: Bist Du Boss in Deinem Leben?

Viel Spaß mit dieser besonderen Folge - und wie immer freuen wir uns natürlich über Eure Kommentare!

Annika + Michael

Folge 220 Tiere - die besseren Menschen?

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Folge 220 Tiere - die besseren Menschen?
“Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen." (Maxim Gorki)

Aus Euren Kommentaren auf Instagram und Facebook zu unserem Thema wird uns eines klar: Diejenigen, die Tiere haben, haben zu ihnen tiefe, emotionale Bindungen aufgebaut und so könnt Ihr Euch ein Leben ohne diese Gefährten nicht mehr vorstellen. Die meisten leben mit ihren Tieren in einer Symbiose zum gegenseitigen Nutzen zusammen und wurden im Vergleich zu menschlichen Beziehungen nie enttäuscht.

Was macht nun diese Mensch-Tier-Beziehung so einzigartig? Wo ist die Grenze der Vermenschlichung von Tieren - Anthropomorphismus genannt? Was tun, wenn ein Tier schwer krank wird? Der Heimtiermarkt ist ein Business in Milliardenhöhe - aber muss es wirklich Designerkleidung für den Hund sein? Und warum halten sch Menschen "Exoten"? Das sind einige der Fragen, die wir in dieser Folge beantworten wollen.

Wir wünschen Euch viel Spaß mit diesem Thema - liked uns, empfehlt uns weiter und kommentiert bitte!

Bis nächsten Sonntag, Annika und Michael

Folge 219 Hätte ich nur...

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Katti aus Holland hatte die Idee für unser heutiges Frühstück: "…Mir ist allerdings doch ein Thema gekommen, zu dem ich gerne eure Perspektive hören würde - Umgang mit Reue und Bedauern. Schwierige Gefühlszustände, die oft mit (vermeintlich falsch) getroffenen Entscheidungen, vertanen Chancen und nicht beim Schopfe gepackten Gelegenheiten einhergehen. Gibt es etwas, das ihr bereut, was ihr im Rückspiegel betrachtet anders machen würdet, wenn ihr könntet?"

Das Thema ist wirklich spannend: Was ist Reue im psychologischen Sinne überhaupt? Wie entsteht sie und kann jeder Reue im gleichen Maße empfinden? Wozu ist sie gut und wann kann sie krank machen?

Wir sprechen u.a. auch über das Buch der australischen Palliativpflegerin Bronnie Ware "5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen”. Das ist eine Sammlung von Gesprächen, in denen Menschen ihr kurz vor ihrem Tod erzählten, was sie rückblickend am meisten in ihrem Leben bedauern und wünschten, anders gemacht zu haben. Am häufigsten wurde Folgendes genannt: • Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben, statt so zu leben, wie andere es von mir erwarteten. • Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet. • Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. • Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt. • Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten.

Deshalb: Wir möchten Euch Mut machen, Dinge zu tun und anzusprechen, die Euch am Herzen liegen und Sachen nicht auf später zu verschieben. Wir haben nur dieses eine Leben und das findet JETZT statt. Also probiert Euch aus, erfüllt Euch Eure Träume möglichst JETZT, bevor es durch unvorhersehbare Umstände womöglich zu spät ist und Ihr bereut, etwas NICHT getan zu haben.

Viel Mut dafür! Und wir freuen uns wie immer riesig auf Eure Kommentare, Eure Themenvorschläge - und empfehlt uns gern weiter… Annika + Michael

Folge 218 Glaub nicht alles, was Du denkst!

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Folge 218 Glaub nicht alles, was Du denkst!
Dieser Kuchen ist danebengegangen - Fazit: Ich kann sowieso nicht backen! Oder Meine Freundin zieht eine Schnute - Fazit: Immer mache ich etwas falsch! Oder jemand ist dünn, also muss der oder die zickig sein. Oder dick gleich dumm. Oder männlich, also emotionslos. Und… und… und… Denkfehler machen wir alle jeden Tag, denn unser Gehirn ist faul und liebt Abkürzungen. Etwas, was wir einmal gehört oder erlebt haben, wird schnell zum Generalurteil.

Aaron T. Beck war ein amerikanischer Psychiater und Begründer der "kognitiven Verhaltenstherapie". Einfach ausgedrückt konnte er zeigen, dass Menschen durch "Denkfehler" sogar bis in eine Depression geraten können. Wurden diese Denkfehler allerdings im Rahmen der Therapie in Frage gestellt und korrigiert, wurden auch die depressiven Symptome besser. Es gibt also Anti-Denkfehler-Strategien.

Grund genug, uns u.a. mit Katastrophendenken, Schwarz-Weiß Denken, selektiver Wahrnehmung, Vorurteilen, emotionaler Beweisführung und dem "Halo-Effekt" zu beschäftigen.

Letztlich ist es wichtig, dass wir unseren Denkfehlern auf die Schliche kommen, sie durch persönliche Erfahrungen der Realität anpassen und durch lebenslanges Lernen immer wieder unsere Schubladen im Kopf revidieren, in die wir die Welt einordnen.

Wir freuen uns wie immer riesig über Eure wunderbaren Kommentare - wie den von Katti aus den Niederlanden, bei der es Sonntag Morgens zu unserem Podcast immer leckere Pfannkuchen gibt… Wir werden also international und hoffen auf weiterhin ganz viele Zuhörer aus der weiten Welt.

Bis nächsten Sonntag,

Annika + Michael

Folge 217 Hilfe annehmen

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Wir freuen uns! Annika ist wieder da - und wir machen heute mit unserem Podcast weiter!

Erst einmal herzlichen Dank für die vielen Genesungswünsche für Annika - sie haben sichtbar geholfen! Und da sind wir schon beim Thema: Warum fällt es uns so schwer, Hilfe anzunehmen? Wir brauchen zulange, uns ist es peinlich - und wir schaffen das sowieso alles allein! Von wegen…

Was sind die Ursprünge für unsere unterschiedliche Bereitschaft, Hilfe anzunehmen? Haben wir das Gefühl, die Dinge allein besser und perfekter hinzubekommen? Oder wollen wir uns nicht hilflos und abhängig fühlen - und nehmen deshalb keine Hilfe an? Wie können wir dies ändern und wie gehen wir mit Menschen um, die unsere Hilfe ablehnen? Und was haben wir davon, wenn wir anderen helfen?

Wir freuen uns über Eure Kommentare und über das Teilen unseres Podcasts! Bis nächsten Sonntag, Annika + Michael

Folge 216 Selbstliebe

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Annika hat eine wunderschöne Rede von Charly Chaplin gefunden, die er zu seinem 70sten Geburtstag gehalten hat. Seine Worte sind so berührend und so weise, dass wir sie als Leitfaden für unsere Sendung zum Thema Selbstliebe nehmen. Aber hört und lest selbst:

Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

Als ich mich selbst zu lieben begann… habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist – von da an konnte ich ruhig sein. Heute weiß ich: Das nennt man SELBST-BEWUSST-SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, wie sehr es jemand beleidigen kann, wenn ich versuche, diesem Menschen meine Wünsche aufzudrücken, obwohl ich wusste, dass die Zeit nicht reif war und der Mensch nicht bereit, und auch wenn ich selbst dieser Mensch war. Heute weiß ich: Das nennt man RESPEKT

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Einladung zum Wachsen war. Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben, und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Freude und Glück bringt, was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem eigenen Rhythmus. Heute weiß ich, das nennt man EINFACHHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“, aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt: das nennt man BESCHEIDENHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet, so lebe ich heute jeden Tag, Tag für Tag, und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken behindern und krank machen kann. Als ich mich jedoch mit meinem Herzen verband, bekam der Verstand einen wertvollen Verbündeten. Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !

Wir freuen uns wie immer über Eure Kommentare. Liked uns und empfehlt uns weiter…
Bis zum nächsten Sonntag! Annika + Michael

Folge 215 Mental Health

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Nachdem sich die liebe Julia aus Italien beschwert hat, dass wir immer so lange benötigen, um zum Thema zu kommen ;-)) (…hat sie ja auch völlig Recht mit, oder?), starten wir heute gleich konzentriert durch: Laut Artikel 25 der allgemeinen Erklärung für Menschenrechte gilt der folgende Grundsatz: „Jeder hat das Recht auf Wohlbefinden!”

Wobei "Wohlbefinden" mehr als nur die Abwesenheit von psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Ängsten oder Zwängen bedeutet. Es geht um eine grundsätzliche mentale Gesundheit und darum, einen Lebensstil zu finden, mit dem man vertrauensvoll in die Zukunft blicken, sich beruflich und privat engagieren, sich Herausforderungen stellen und weitestgehend die Kontrolle über sein Leben behalten kann. Das entspricht dem "Vier-C-Modell" der mentalen Stärke: Confidence (Vertrauen), Control (Kontrolle), Commitment (Engagement) und Challenge (Herausforderung). Je besser wir in unserem Leben in diesen vier Bereichen abschneiden, umso besser ist unsere mentale Gesundheit.

Wie wir wieder Urvertrauen aufbauen, Selbstsicherheit und Optimismus gewinnen und uns ein relatives Wohlbefinden verschaffen können, darüber reden wir heute.

Nächste Woche sprechen wir dann über Selbstliebe und Selbstfürsorge, ohne die wir kein zufriedenes, glückliches Leben führen können. Schreibt uns gern in die Kommentare, wie Ihr für Eure mentale Gesundheit sorgt, mit Euch im Alltag umgeht, wie Ihr mit Euch redet und Euch selbst behandelt.

Teilt unseren Podcast gerne mit anderen lieben Menschen. Wir werden übrigens immer mehr - was uns wirklich sehr freut! Herzlich Willkommen bei Psychologie im Alltag, Morgenkaffee und Sonntagsbrötchen!!

Bis nächsten Sonntag,

Annika + Michael

Folge 214 Der Placebo-Effekt

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Kennt Ihr, oder? Placebos - also Tabletten ohne Wirkstoffe, die aber trotzdem medizinisch wirken, da der Körper aufgrund der Erwartungshaltung eine Besserung oder sogar Heilung einleitet. Doch vielleicht gibt es ja noch mehr Dinge, die an sich gar keine Wirkung haben - etwa das Bier abends mit einem Freund oder das halbe belegte Brötchen, das ich morgens meiner Kollegin ins Büro mitbringe - die aufgrund ihrer Symbolwirkung, der gebenden Geste, der Freundschaft und des guten Gefühls eine Besserung der Situation einleiten? Genau um diesen Effekt soll es heute gehen.

Doch zuerst möchten wir uns ganz, ganz herzlich für die vielen mutmachenden Kommentare bedanken, die Ihr uns während des Krankenhausaufenthaltes von Annika geschrieben habt. Annika hat alle gelesen - und sie gaben ihr Gefühle von Solidarität und Unterstützung, die ihr wirklich unglaublich geholfen haben, diese doch bedrohliche Situation zu bewältigen.

Sie hatte sich aber auch vorgenommen, während des Klinikaufenthalts weitestgehend die Kontrolle über die Situation zu behalten, viel zu Fragen und mit ihrem Humor die Stimmung während der Behandlung positiv zu beeinflussen. Mit dieser positiven Erwartungshaltung hat sie tatsächlich alles gut überstanden. Sie hat also zusätzlich zu den pharmazeutisch wirksamen Medikamenten auf die Wirkung von "Placebos" gesetzt. Und das waren nicht nur Tabletten oder Spitzen, sondern vor allem auch gute Gespräche, humorvolle Situationen, in denen durch Lachen die Psyche entlastet wurde und Annika sich weitaus weniger hilflos vorkam.

Placebos ("Scheinmedikamente") können immer dann ihre z.B. schmerzlindernde Wirkung entfalten, wenn wir bei ihrer Einnahme ERWARTEN, dass es uns danach besser geht. Diese Erwartungshaltung ist also dafür entscheidend, wie wir eine schwierige Situation bewältigen können. Das gilt für Krankheiten genauso wie für schwierige Prüfungen, komplizierte Gespräche mit Vorgesetzten oder Kollegen und alle anderen Situationen, in denen wir uns unsicher fühlen. Wenn wir positiv daran gehen und einen guten Ausgang erwarten, so ist die Wahrscheinlichkeit dafür schon um einiges höher.

Achtet also im Alltag auf Eure Erwartungshaltungen und versucht sie realistisch ins Positive zu verändern. Feiert auch die kleinen Erfolge und Fortschritte als Eure Leistungen. Und gönnt Euch immer wieder wohltuende Momente, in denen ihr auftanken könnt. Da kann dann auch ein gutes Gespräch, ein gutes Buch oder ein leckeres Krabbenbrot wie ein Placebo wirken.

Habt eine gute Zeit und bis nächsten Sonntag,

Annika + Tilly

Folge 213 Erholungsoasen

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Deutschland ist gestresst. Und zwar zunehmend. Das hat die TK-Stressstudie "Entspann dich, Deutschland" schon 2021 gezeigt: Rund zwei von drei Menschen in Deutschland fühlen sich zumindest manchmal gestresst - mehr als 26 Prozent sogar häufiger. Die Folgen: Psychosomatische Beschwerden - und dadurch vermehrte Krankschreibungen und Arbeitsausfälle. Denn chronischer Stress macht krank! Was können wir dagegen tun?

Und genau darum geht es heute: Was können wir tun, um Erholungsoasen in den Alltag einzubauen? Jedes Handy muss aufgeladen, jeder Staubsauger mit Strom versorgt und jedes Auto mit Sprit/Strom aufgetankt werden. Nur wir glauben oftmals, wir kommen ohne Auftanken oder Batterien aufladen durch unser Leben. Wir haben das Gefühl, Nixtun und Schlafen seien vergeudete, ineffektive und unproduktive Zeit! WAS KÖNNTE MAN IN DIESER ZEIT ALLES ERLEDIGEN? Falsch! Das Einzige, was letztendlich erledigt ist, ist man selbst. Energie braucht Nachschub - und das nicht in Form von Schokolade oder Junkfood. Die Psyche braucht Energie durch Pausen: Schlaf, Erholung und Entspannung. Das ist psychologisch genauso wichtig wie Atmen und essen.

Schon 1979 hat der amerikanische Professor Jon Kabat-Zinn die "Stress Reduction Clinic" gegründet, in der er die positiven Auswirkungen von Meditation, Yoga und Achtsamkeitsübungen auf gestresste Menschen erforschen konnte. Daraus hat er das "Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) Programm" entwickelt, was mittlerweile weltweit u.a. in psychosomatischen Fachkliniken angewendet wird.

In dieser Folge geben wir Dir mit einer kleinen Atemübung einen Einstieg in die meditative Entspannung. Und wenn Du Lust auf eine längere Traumreise zu Deinem "sicheren Ort" haben solltest, die von Michael gesprochen wird, findest Du hier den Link dazu: https://on.soundcloud.com/8qXC8

Wir wünschen Dir viele entspannte und schöne Momente in Deinem Alltag!

Annika + Michael

Folge 212 Solidarität

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

"Freundlichkeit ist die höchste Form der Intelligenz!" schrieb uns Andrea auf Facebook zu unserer letzten Sendung "Stille im Alltag". Und wir haben in der letzten Woche selbst erfahren, wie wir sogar bei hektischen, überlasteten Krankenhauspersonal durch unerbittliche Freundlichkeit, solidarisches Verhalten und einer Prise Humor eine entspannte, freundliche Behandlungsathmosphäre herstellen konnten.

Darum geht es heute: Wir sind als soziale Wesen immer auf die Solidarität mit und Zuwendung von anderen Menschen angewiesen - und können beides ohne große Mühe anderen geben. Die psychologische Forschung konnte schon lange beweisen, dass unfreiwillige Isolation, Jobverlust, Mobbing und Einsamkeit auch körperlich weh tun. Umgekehrt lassen sich körperliche Schmerzen durch Zuwendung lindern. Soziale Ablehnung geht sogar mit einem Anstieg der Entzündungswerte einher, Zytokine - das sind Botenstoffe, die eine Entzündung regelrecht anfeuern - zirkulieren vermehrt im Blut und tragen dazu bei, dass Schmerzreize als noch schmerzhafter wahrgenommen werden. Soziale Nähe, Bindungen und das Gefühl der Sicherheit lindern hingegen den Schmerz. Alles wahrscheinlich ein evolutionäres Erbe aus Ur-Zeiten, in denen der Ausschluss aus einer Gruppe den sicheren Tod bedeutet hat.

Wie können wir nun diesen Anschluss an eine Gruppe finden? Wie können wir Menschen helfen, die sich einsam fühlen, denen es körperlich und psychisch schlecht geht? Wie wichtig ist Solidarität und Gemeinschaft für den Menschen? Und wie sehr braucht er gleichzeitig Ruheoasen?

In der nächste Folge wollen wir über "Erholungsoasen" sprechen: Wo tankt Ihr auf, schöpft Kraft im Alltag? Schreibt uns! Wir freuen uns wie immer sehr, über Eure Erfahrungen in den Kommentaren zu lesen.

Habt einen schönen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche, Annika und Michael

Über diesen Podcast

Psychologen beim Frühstück belauschen, wie sie über die Themen reden, die sie gerade beschäftigen: Von der "Psychologie des Lügens", über "Energievampire" und das Streitthema "Ordnung" bis hin zur "Macht des Vergebens". Immer persönlich, immer menschlich aber mit psychologischen Erklärungsversuchen, warum wir uns wie verhalten.

Unsere Zuhörer lieben es, mit uns auf den Ohren zusammen zu frühstücken:
"Danke für die Sendung !
Ich habe ein neues Hobby am Sonntagmorgen: Bügeln und Eure Sendung hören. Beides sehr erbaulich :)"(Alwin)

"Ich muss mal hier was los werden.Euro Radio Sendung ist der voll Hammer.
Es gibt mir so viel Kraft für die Woche um das Leben zu bestehen" (Christian)

"Hach...Ihr seid immer wieder ein Genuß" (Jens)

"Vielen Dank. Ein sehr schönes und interessantes Thema zum Start und eine tolle Idee. Ihre Formate bringen einen immer weiter und es man lernt eine ganze Menge dazu."(Tiger11969)

...und wer uns nicht nur hören sondern auch sehen will, schaltet jeden Mittwoch ab 19.00 "TheraThiel" auf YouTube ein.

Und natürlich freue wir uns auf viele Kommentare und Bewertungen. Klickt dazu mal hier: http://getpodcast.reviews/id/1392433517

von und mit Annika Lohstroh, Michael Thiel

Abonnieren

Follow us